Zeitungsbericht

von Christine Jäckel

 

Sauerkraut statt         Schweinefleisch

 

VORTRAG Steven Acuff wirbt im Haus des Gastes für Makrobiotische Ernährung 

BAD KREUZNACH – Wie muss ich mich ernähren, um gesund zu werden und gesund zu bleiben? Seine Erfahrungen zu diesen Fragen teilte der Ernährungsberater und Autor Steven Acuff den rund 90 Zuhörern im Haus des Gastes mit. Gesundheitspraktikerin Cornelia Hessinger begrüßte den populären Vertreter der Makrobiotischen Ernährungslehre mit einem Hinweis auf weitere Veranstaltungen im Gesundheitsjahr 2013, das durch Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer initiiert wurde.

Der 1945 in Idaho geborene Steven Acuff kam vor 47 Jahren als Austauschstudent nach Bonn, er war von 1988 bis 1993 an einer Klinik in Kassel als Ernährungsberater tätig. Seinen Vortrag im Seminarraum hielt er denn auch auf Deutsch. „Ernährung ist ein gewaltiges Werkzeug für die Gesundheit“, hob Acuff eine Erfahrung aus seiner Praxis als Ernährungsberater hervor. Seit 40 Jahren beschäftige ihn das Thema Ernährung, eine zentrale Erkenntnis sei: „Es gibt nicht eine Ernährung für alle!“ Acuffs Ansatz ist es, den Menschen zu helfen, ihre eigene Intuition für ihre Ernährungsweise zu entwickeln.

1971 hat Acuff begonnen, sich makrobiotisch zu ernähren und seitdem sei er auch nicht mehr beim Arzt gewesen, erklärte der 68-Jährige. Dennoch hat er sich inzwischen eigene Positionen erarbeitet, die sich von der reinen Lehre der Makrobiotiker absetzen. Auch wenn Ernährung ein schwieriges Feld sei, auf dem auch er selbst in 40 Jahren viele Fehler gemacht habe, lohne sich die Beschäftigung damit. „Manche Patienten, die jahrelang an Krankheiten litten, haben erstaunliche Fortschritte gemacht, wenn sie ihre Ernährung änderten“, so Acuff.

Aus seiner Sicht bietet die Schulmedizin bei der Behandlung weit verbreiteter Krankheiten nutzlose Therapien mit zum Teil äußerst schädlichen Nebenwirkungen an. Als Beispiel nannte er Bluthochdruck, den man über die Ernährung kurieren könne, anstatt Medikamente einzunehmen, die die Leber belasten. „Aber an dieser Therapie verdient niemand“, hob Acuff hervor, der seine Kritik auch humoristisch zu verpacken weiß: „Hoher Blutdruck ist besser als gar keiner!“

Zucker als Krankmacher

Zucker ist für ihn Krankmacher Nummer eins, wer gesund werden und bleiben will, muss darauf verzichten. Eine Voraussetzung für ein gesundes Leben sieht Acuff in der Schonung der Bachspeicheldrüse. „Um den Insulinspiegel im Gleichgewicht zu halten, brauchen wir aber auch Fett und Eiweiß“, erläuterte der Ernährungsberater. Vor fettarmen Produkten warnte Acuff, da diese nach seinen Erkenntnissen ebenfalls zu einem Anstieg des Insulinspiegels führen.

Unterschiede zwischen schlecht und gut sieht er auch bei den Nahrungsmitteln, die uns Kohlenhydrate oder Eiweiß liefern. Schweinefleisch, so Acuff, liefere schlechtes Eiweiß, da die Tiere Allesfresser seien und nicht entgiften. Gutes Eiweiß enthalten aus seiner Sicht dagegen Hülsenfrüchte wie Bohnen und Linsen. Acuff plädiert aber nicht grundsätzlich für einen Verzicht auf Fleisch oder Fisch.

Entscheidend für unsere Lebensdauer sei darüber hinaus das Enzympotenzial. Der Ernährungsberater wies darauf hin, dass sauer vergorenes Gemüse einen hohen Enzymgehalt aufweist. Mineralstoffe sind zudem laut Acuff entscheidend für die Gesundheit: „Praktisch jeder Krebspatient hat Mineralstoffmangel.“ Ein besonders ergiebiger Lieferant für Mineralstoffe seien Meeresalgen, die ebenso wie sauer vergorenes Gemüse auf dem täglichen Speiseplan stehen sollten, wie der Ernährungsexperte empfiehlt.